Anmerkung: Dies ist der ursprüngliche Artikel, den wir 2015 veröffentlicht haben. Die aktualisierte Fassung findet ihr hier: Link

Wie bereits im letzten Blog Artikel zur Premiere von AUGENHÖHE in Hamburg erwähnt, möchten wir in dieser dreiteiligen Artikelserie unter dem Titel ‚Arbeiten auf AUGENHÖHE‘ die unterschiedlichen Aspekte des Themas beleuchten.

Die Serie gliedert sich in die nachfolgenden Teile, wobei wir heute mit dem ersten beginnen.
Teil 1 – Was bedeutet für uns AUGENHÖHE?
Teil 2 – Wo liegt der Mehrwert für Unternehmen?
Teil 3 – Wie könnt ihr dies in eurem Unternehmen fördern und unterstützen?

Beginnen wir also am Anfang

Als wir 2014 via Intrinsify.me auf das Projekt ‚AUGENHÖHE – Film und Dialog‚ stossen, waren wir beide sehr schnell Feuer und Flamme. Denn wie der vollständige Name bereits vermuten lässt, ist der Film selbst nur ein Teil von der Idee und Initiative. Die Absicht, in der Arbeitswelt etwas bewegen zu können, steht hier ganz klar im Fokus. Daher ist die Inspiration und der Austausch mit Menschen ein essentieller Bestandteil, um Veränderungen in den Unternehmen überhaupt erst ermöglichen zu können.

Im festen Glauben daran, dass wir an etwas teilhaben können, was die Arbeitswelt nachhaltig beeinflusst, haben wir zunächst via Beteiligung im Crowdfunding und später durch Vorantreiben der Xing-Community zum Erfolg des Projekts beigetragen.

AUGENHÖHE – was heisst das überhaupt?

Nun wird der der Begriff AUGENHÖHE nicht für jeden geläufig sein. Wer Google danach befragt, erhält rund 3.2 Mio Treffer mit zum Teil sehr unterschiedlichen und unklaren Beschreibungen und Bedeutungen. In jedem Fall kristallisiert sich bereits dort heraus, dass der Begriff mehrheitlich im Kontext der menschlichen Interaktion – also auf der Beziehungsebene – verwendet wird.

Gefragt nach der Bedeutung des Begriffs denken unserer Erfahrung nach Menschen mehrheitlich direkt an die Umsetzung. Das WIE? kann ich AUGENHÖHE erreichen steht im Vordergrund. Dies hat sich auch bei der Premiere in Hamburg sowie dem darauf folgenden Open Space bestärkt.
Um nur einige Beispiele zu nennen, hier ein Auszug der Antworten, die wir auf die Frage was AUGENHÖHE denn sei, häufig hörten:

  • Wenn der Chef seinen Mitarbeitern mehr Wertschätzung entgegen bringt.
  • Wenn ein Unternehmen auf flexible und flache Strukturen setzt.
  • Wenn Möglichkeiten für Work-Life-Balance vorhanden sind.
  • Wenn der Mensch und nicht die Arbeit im Mittelpunkt steht.

Nur – wie kann ich Augenhöhe erreichen, ohne für mich die Bedeutung geklärt zu haben und damit auch nicht genau zu wissen, wohin ich möchte?

Visuelle Darstellung

Auf AugenhöheBildhaft ausgedrückt ist Augenhöhe die vertikale Positionierung der Augen, durch welche die Körpergrösse anderer Personen mit der eigenen verglichen wird. Übertragen auf die menschliche Interaktion steht dies für uns gleichbedeutend mit gegenseitiger Gleichwertigkeit unabhängig von eigenen Bewertungen.

AUGENHÖHE in der Realität – ein Idealbild?

AUGENHÖHE entsteht in erster Linie bei uns selbst (von innen nach aussen), denn nur ich als Betrachter bin in der Lage, mir einen anderen Menschen als grösser oder kleiner vorzustellen. Und wenn ich dies tue, entstehen automatisch Gefühle, Gedanken oder Empfindungen meiner eigenen Unter- oder Überlegenheit. Damit verbunden ist auch das Auf- oder Abwerten meines Selbstwerts sowie der Beurteilung des „Wertes“ meines Gegenüber.

In der Realität beeinflussen uns unsere eigenen Erinnerungen an selbst gemachte Erfahrungen was zu Erwartungen an mich selbst und andere Menschen führt. Dies resultiert auch in Sympathien und Antipathien gegenüber anderen Menschen was durch die unterschiedlichsten Aspekte ausgelöst werden kann wie zum Beispiel: Alter, Geschlecht, kultureller und sozialer Hintergrund, Bildungsstand, Rollenbilder, Position in der Unternehmens-Hierarchie oder sozialer Status um nur einige zu nennen.
Was letztlich – ob bewusst oder unbewusst wahrgenommen – zu einer Auf- oder Abwertung von mir selbst und meinem gegenüber führt.

AUGENHÖHE – unser Verständnis

Unabhängig davon, wie unsere Vorlieben und Abneigungen nun entstehen – wir alle haben diese, egal ob uns dies bewusst ist oder nicht. Wir vergleichen und bewerten uns selbst sowie andere Menschen auf der Grundlage, was für uns selbst gut/schlecht, negativ/positiv oder auch richtig/falsch ist.

Wer sich also hiervon nicht beeinflussen lässt, der hat die Möglichkeit auf AUGENHÖHE zu interagieren.

  • AUGENHÖHE ist dann möglich, wenn sich Menschen in der Begegnung als tatsächlich gleichwertig, d.h. ohne Bewertungen und Erwartungen sehen.
  • AUGENHÖHE entsteht bei jeder Begegnung neu, also im hier und jetzt.
  • AUGENHÖHE dauerhaft beizubehalten ist unrealistisch.

AUGENHÖHE ist Bestandteil der inneren Haltung. Entscheidend dafür ist die Absicht, AUGENHÖHE immer wieder erreichen zu wollen.

Wir haben uns bewusst dafür entschieden, eine offene Definition unseres Verständnisses zu geben. Im nächsten Blog Beitrag beleuchten wir bereits die Frage des Mehrwerts durch ‚Arbeiten auf AUGENHÖHE‘ für Unternehmen.

Bis dahin wünschen wir euch eine schöne Zeit!

Herzliche Grüsse,
Ralf & Andreas

Logo me&me talentsource

Share This