Agile Führung in der Praxis

Agile Unternehmensführung – Ein Bericht aus der Praxis der Netstream AG 

Als der Bundesrat am 13. März den Notstand ausgerufen hat, war für unseren Kunden, die Netstream AG, sofort klar: Die Vorgaben des BAG zum Schutz der Mitarbeitenden werden umgehend umgesetzt und so ging der überwiegende Teil der Mitarbeitenden direkt ins Homeoffice (LinkedIn). Und dies betraf somit auch die operative Geschäftsführung.

Nach mittlerweile bald fünf Wochen zeigt sich sehr klar: Trotz Homeoffice und virtuellem Arbeiten, ist die operative Geschäftsführung der Netstream weiterhin fähig, ihre Aufgabe gemeinsam wahrzunehmen. Und genau dies ist insbesondere in diesen Zeiten entscheidend.

Netstream auf dem Weg zum kollegial geführten Unternehmen 

Allerdings kam dies auch nicht von ungefähr. 2018 hat der Verwaltungsrat eine neue Vision für sich und die gesamte Netstream erarbeitet. Diese ist ambitioniert formuliert und inkludiert sowohl die Mitarbeiter wie auch Drittparteien. Warum eine emotional bewegende Vision, in welche man sich verlieben kann, wichtig ist, klären wir in einem späteren Artikel.

Im Laufe des Prozesses ist die Transformation zu einem agil-lernenden Unternehmen als zwingender Schritt definiert worden, um effektiver nach der Vision streben zu können. Und so entschied sich der Verwaltungsrat, sich auf den Weg zum kollegial geführten Unternehmen zu machen.

Um den Übergang dorthin zu unterstützen, hat sich der Verwaltungsrat Anfang 2019 entschieden, die operative Geschäftsführung als eigenständigen Führungskreis mit 7 Personen zu konstituieren. Nach einer anfänglichen Etablierungsphase im ersten Halbjahr 2019, erfolgten im zweiten Halbjahr bereits einige Bewährungsproben.

Entscheidungen, die teilweise schon lange notwendig waren, konnten nun getroffen und auch erfolgreich umgesetzt werden. In Zahlen ausgedrückt, wurden 2019 durch die operative Geschäftsleitung über 190 Entscheidungen getroffen und umgesetzt.

Wenn gleich dies ein fordernde Phase war, hat sich gezeigt, dass die operative Geschäftsführung ihre Verantwortung auch bei schwierigen Themen ausfüllt. Und so wurden wichtige Schritte auf dem Weg zu einer kollegialen Netstream genommen.

«Entscheide zu treffen ist wichtig, die Umsetzung der getroffenen Entscheidungen jedoch match-entscheidend. Mit der Umstellung von Konsens auf Konsent und der bewussten Reduktion von Machtgefälle innerhalb der Operativen Führung haben wir uns ein Werkzeug geschaffen, welches uns erlaubt aktiv unsere Zukunft zu gestalten.»
Alexis Caceda, CEO Netstream AG

Was macht die operative Geschäftsleitung anders als die der meisten anderen Unternehmen?

Die operative Geschäftsführung ist als Kreis konstituiert worden, in dem jedes Kreismitglied gleichwertig zueinander ist. Entscheidungen werden gemeinsam nach dem Konsent-Prinzip getroffen. Je nach Kontext entscheidet der Kreis entweder direkt über den Inhalt (Was?) oder ermächtigt eine oder mehrere Personen (Wer?) damit, die inhaltliche Entscheidung zu treffen.

So konnten Lösungsvorschläge verbessert, Einwände integriert und so mit der bestmöglichen Energie auch umgesetzt werden. Ist der Themenbereich umfangreichere und/oder besitzt hohe Aktualität, hat der Kreis sog. Fokusgruppen gegründet und ermächtigt, die sich selbstorganisiert um die Bearbeitung des Themenbereichs kümmerten. Dass die gewählten Werkzeuge alle digital verfügbar sind, machte sich nun einmal mehr bezahlt.

Denn auch während dieser ungewöhnlichen Zeit werden – trotz Home-Office und Co – weiterhin wie gewohnt Entscheide von grosser Tragweite getroffen.

Persönliche Entwicklung macht den Unterschied

Ob persönlich oder digital – der Erfolg eines Entscheidungskreises hängt massgeblich von der Sozialkompetenz und der emotionalen Intelligenz der einzelnen Kreismitglieder ab. Denn für eine agil-lernende Organisation ist es entscheidend, andere Meinungen zulassen zu können, um daraus gemeinsam bessere Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können. Dies hat die Netstream bereits in der Vergangenheit für sich erkannt und fördert daher Stück für Stück alle Mitarbeitenden dabei.

Was gerade in den aktuellen Zeiten wichtiger denn je erscheint. Denn ausgelöst durch Angst, Unsicherheit, Frust und Wut steigt die persönliche Anspannung bei vielen Menschen. Dies wirkt sich als emotionaler Stress aus und führt letztlich dazu, dass Menschen sich im biologischen Überlebensmodus befinden. Für die Gestaltung der Zukunft ist dieser Zustand in jedem Fall kein guter Ratgeber.

Genau dies ist einer der Gründe, warum wir davon überzeugt sind, dass der Weg in eine neue Arbeitswelt immer über die persönliche Transformation führt.

Now is the new later – Zeit für Veränderung?

Wir bieten offene Programme zur persönlichen Transformation ab Juni 2020 wieder an. Mehr Informationen findest Du hier.
Und falls Du für deine Mitarbeitenden eine Möglichkeit suchst, bieten wir das NCS-Programm von NeuroChangeSolutions auch personalisiert für Unternehmen an.

Mehr über das Thema agile Unternehmensführung und den Weg zum kollegial geführten Unternehmen erzählen wir Dir gerne bei einem Kaffee.

Herzliche Grüsse
Ralf und Andreas

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