inspirierende Bücher, Filme, Organisationen

inspirierende Bücher

Reinventing Organizations – Frederic Laloux

Frederic hat für viele Menschen DIE Inspiration schlechthin geschaffen. Mit Beispiele von Unternehmen, die Dinge bereits anders machen, hat er eine mögliche Zukunft sehr lebendig beschrieben. Hohe Flughöhe, Inspiration mehr. In jedem Fall lesenswert.

Aber Achtung: Wer erwartet, dass er hier konkrete Anleitungen findet, wie ein Unternehmen einen hohen Reifegrad erreichen kann, wird ggfs. enttäuscht sein. Wir verstehen das Buch vor allem als Ideengeber. Vogelperspektive, die inspiriert und so in jedem Fall lesenswert ist. 

Wer zum Einstieg eine leichtere Variante wählen möchte, wird mit der illustrierten Version bereits die Essenz erfassen können.

Das kollegial geführte Unternehmen – Bernd Oestereich & Claudia Schröder 

Bernd und Claudia haben vieles in ihrem damaligen Unternehmen, der oose GmbH (heute eine Genossenschaft) ausprobiert.  Agiles Arbeiten, Holokratie, soziokratische Ideen. Das Buch lässt sich nicht schnell von A bis Z durchlesen. Es möchte bearbeitet und integriert werden. Wer auf Quick Fixes und fertige Lösungen hofft, ist hier falsch. Wer einen Werkzeugkoffer sucht, ist hier richtig. Im Buch werden Ideen und konkrete Werkzeuge vermittelt, die es für eine adaptive Organisation braucht. Daher lassen wir auch viele dieser Ideen in unsere Begleitung zu einem agil-geführten Unternehmen einfliessen. Das Beste aus Soziokratie 2.0, Sozokratie 3.0, Scrum, Holokratie uvm. wurde hier zu einem dichtgepackten Paket geschnürt. 

Wer mehr darüber erfahren möchte, wird hier fündig. 

Komplexithoden – Niels Pfläging

Niels beschäftigt sich schon lange mit der Frage, wie Unternehmen sich nachhaltig verändern können. Mit Komplexithoden stellt er einige Denkwerkzeuge vor, die auch in unserer Arbeit Anwendung finden. So z.B. der Unterschied zwischen komplex und kompliziert. Oder auch die unterschiedlichen Strukturen, die jede Organisation besitzt (Formale Strukturen – Hierarchien, Informelle Strukturen – Einfluss, Wertschöpfungsstrukturen – Reputation). 

Seine Ideen sind in Form des Pfirsich-Modells u.a. auch beim Kollegial geführten Unternehmen eingeflossen. 

Das agile Mindset: Mitarbeiter entwickeln, Zukunft der Arbeit gestalten

Svenja hat in diesem Buch so vieles vorhandenes zusammengefasst und neu miteinander verknüpft, dass wir von einem echten Grundlagen-Werk sprechen. Im Fokus: Die ICH-Entwicklung. 

Svenja selbst hat sich einen Namen als eine der bekanntesten Karriereberaterin Deutschlands gemacht. Hier hat sie sich ihr Wissen über die ICH-Entwicklung angeeignet. Mit Zunahme der agilen Bewegung, hat sich Svenja mehr und mehr Gedanken darüber gemacht, was es tatsächlich benötigt, um agil zu werden. Und kam zum selben Schluss, den wir ebenso vertreten: Agilität entsteht im Kopf. 

Führen mit Hirn – Sebastian Purps-Pardigol

Mit diesem Buch begann zurückblickend der Einstieg in den neurowissenschaftlichen Bereich. Gerade das Wissen der letzten Jahre hat das Verständniss der Funktion des Hirns sehr stark verändert. Kein Wunder also, dass sich Sebastian u.a. mit Gerald Hüther zusammengespannt hat. 

Das Buch ist ein wunderbarer Einstieg in den Zusammenhang zwischen Führung und wie Menschen wissenschaftlich funktionieren. Dabei erhebt es den Anspruch auf einen notwendigen Paradigmenwechsel. Denn ansonsten wird das neue Wissen auch nur dazu genutzt, um höher, weiter schneller zu kommen – und das ist absolut nicht die Absicht des Autors. 

Wir sind Chef: Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert – Hermann Arnold

Hermann hat als Co-Gründer von Haufe-Umantis im eigenen Unternehmen vieles ausprobiert und verändert. Eine der tiefgreifendsten Erfahrungen für ihn war vermutlich seine (freiwillige) Abwahl als damaliger CEO. In seinem Buch hat er einige seiner Erfahrungen näher beschrieben. Wir bedienen uns z.B. sehr gerne dem Haufe-Quadranten, der gerade mit Blick auf den Weg in Richtung Selbstorganisation sehr schön illustriert, was hierfür nötig ist. Genauso sind wir grosse Anhänger des Prinzipies Führen und Folgen, was gerade bei verteilter Führung entscheidend ist. Wenn kollegiale Führung eine niedrige und Reinventing Organzisations eine hohe Flughöhe besitzt, dann liegt die des Buchs in der Mitte davon. 

Gewaltfreie Kommunikation – Marshall B. Rosenberg

Der Begriff gewaltfrei ist im Deutschen wie auch im Englischen nicht immer zielführend, ruft er doch häufig Widerstände auf den Plan. Man kann die Ideen von Marshall Rosenberg als Möglichkeit verstehen, wie man mit anderen besser kommunziert. Das stimmt – auch. Unser Verständnis: Je klarer jeder Mensch mit sich selbst ist, desto weniger Klärung benötigt es im Äussern. 

Aus dem Bereich der gewaltfreien Kommunikation ist der Ausspruch «Don’t be nice, be real!» mit am zutreffendsten. Denn im Kern geht es um einen gesunden Egoismus, was man auch als Selbstverantwortung verstehen kann. 

Soziokratie, S3, Holakratie, Frederic Laloux‘ „Reinventing Organizations“ und New Work: Ein Überblick über die gängigsten Ansätze zur Selbstorganisation

Das Buch ist – soweit uns bekannt – nach wie vor das einzige, deutschsprachige Buch, das die unterschiedlichen Führungsmodelle gegenüberstellt. Dabei handelt es sich um ein Kompendium, ein Nachschlagewerk. Wer sich mit den Unterschieden der Modelle näher beschäftigen möchte, wird hier fündig. Wer eine einfache Bettlektüre sucht, eher nicht. Für uns bereits jetzt schon ein Klassiker. Das Skript gibt es auch auf Christian’s Webseite kostenfrei zum herunterladen. Wer seine Arbeit anerkennen möchte, kann das Buch via Amazon auch gedruckt erwerben. 

inspirierende Filme 

Der Upstalsboom Weg 

Ihr möchtet in 10 Minuten sehen und fühlen, was passiert, wenn ein Unternehmen den Wandel durchläuft? Dann ist der Film hier das richtige! Upstalsboom ist eine Kette von mehreren Hotels im Norden Deutschlands. Der Geschäftsführer Bodo Janssen erzählt gleich zu Beginn über seinen Wandel vom klassischen BWL Ansatz der Gewinnmaximierung hin zu einer Balance zwischen Hochleistung und Menschlichkeit.

Die wichtigste Kernaussage folgt gleich zu Beginn:
„Wer in seinem Unternehmen etwas verändern möchtet, der ist gut damit beraten, zunächst und ausschliesslich bei sich selbst zu beginnen.“

Mittlerweile gibt es mit der stillen Revolution auch eine Fortführung. 

 

Die AUGENHÖHE-Filme

Das Projekt AUGENHÖHE bewegt seit 2015. Wir sind selbst schon recht früh mit dabei gewesen und haben die Bewegung in der Schweiz verbreitet. Denn die Idee der Gleichwertigkeit passt für uns einfach. Mittlerweile gibt es schon einige Filme aus der Reihe: 

  • AUGENHÖHE – Film & Dialog: Zeigt Beispiele aus der Wirtschaft, die bereits anders arbeiten.
  • AUGENHÖHEWege: Hat den Fokus vor allem auf der Frage, wie Organisationen dorthin gelangt sind. Dabei ist soviel Material zusammengekommen, dass zwei Filme entstanden sind.
  • AUGENHÖHEmachtSchule: Ein Herzensprojekt für das ganze Augenhöhe-Team, denn es fängt bereits in der Bildung an.

Musterbrecher

Menschen, die in verschiedenen Firmen und Organisationen so ganz anders erfolgreich führen und zusammenarbeiten als üblich. Und die all das, wovon in Sonntagsreden von selbsternannten Querdenkern und in Leitbildern inflationär die Rede ist, z. B. Eigenverantwortung, Vertrauen oder Freiraum, wie selbstverständlich im Alltag leben.

Mein wunderbarer Arbeitsplatz

Eine schöne Doku über das Thema Wandel, wobei hier im Fokus insbesondere Frankreich und Belgien stehen, aber auch internationale Unternehmen gezeigt werden. Dabei werden auch Herausforderungen erwähnt, die bei einem Wandel entstehen können.

Leider steht der Film online nicht zur Verfügung – wenn ihr dennoch eine Möglichkeit habt, diesen zu sehen, es lohnt sich.

Alan Watts – Was wenn Geld unbedeutend wäre?

Alan Watts hat Studenten sehr häufig die Frage gestellt, was sie gerne tun würden, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Er geht in seinem kurzen Vortrag auf die Folgen ein, wenn wir das tun, was wir wirklich tun möchten bzw. was, wenn wir es nicht tun. Immer wieder spannend und inspirieren

Berlin Rebel High School

Was für eine Inspiration! Der Film zeigt eindrücklich, was möglich wird, wenn Schüler wirklich einbezogen werden und Verantwortung übernehmen. Die „SFE – Schule für Erwachsenenbildung“ hat mittlerweile über 10.000 Menschen bis zu ihrem Abschluss begleitet.

Das Besondere: Die Menschen sind zuvor vollständig aus dem bestehenden System herausgefallen und galten als demotiviert, sozial-inkompatibel, faul, lernunwillig.

inspirierende Organisationen

Juliane Kästner hat eine Liste mit Unternehmen begonnen, die anders arbeiten. Wir haben diese weiter ergänzt. Wenn auch Du Unternehmen kennst, die Du als moderner erlebst, kannst Du dieses gerne selbst Im GoogleDoc hinterlegen. Spread the word!

Premium Cola  

Premium Cola macht so ziemlich genau das Gegenteil, was man in einem klassischen BWL Studium vermittelt bekommt. Sie sind im Vergleich zu anderen extrem. Einige Beispiele gefällig?

  • Sie arbeiten ohne Verträge miteinander, partnerschaftlich und vertrauensvoll. Und seit 20 Jahren gibt es keinen Grund, daran etwas zu ändern. 
  • Sie könnten schneller wachsen – wollen sich nur nicht in die Abhängigkeit der Banken begeben, da sie zusätzliches Kapital benötigen würden. Dafür nehmen sie in Kauf, dass neue Partner zum Teil bis zu einem halben Jahr auf erste Lieferungen warten. 
  • Statt Rabatte für Grossabnehmer gibt es diese maximal für Kleinabnehmer. Und Grossabnehmer zahlen eher sogar noch mehr, um Kleine zu unterstützen. Das klassische Prinzip wird hier auf den Kopf gestellt. 

Dennoch ist gerade Uwe Lübbermann bei grossen Unternehmen gefragter Provokateur, um bestehendes in Frage zu stellen.

Allsafe Jungfalk

Einer der echten Vorreiter des anderen Arbeiten. Vor allem Detlef Lohmann ist einer der echten Vordenker im deutschsprachigen Raum. Ein echtes Kontrastunternehmen zu all den modernen Agenturen. Hier geht es um klassische Produktion. Verantwortung wird hier extrem gross geschrieben.

Im Kern ist es schwierig, in wenigen Worten zu beschreiben, was Allsafe anders macht. Während eines Firmenbesuchs ist Ralf der Vergleich eines lebendigen Organismus in den Sinn gekommen. Dies im kompletten Kontrast zu einer Autoproduktionshalle, die er zuvor besucht hatte. Dort fühlte sich alles kalt und tot an. Einige Beispiel:

Wenn man bei Allsafe vorbeischaut, sieht man sofort die ausgehängten Kennzahlen – und zwar alle. Jeder Besucher weiss damit auch gleich, wie es um die Firma steht.

Wenn eine Maschine defekt ist, dann liegt es in der Kompetenz und auch Verantwortung des Mitarbeiters an der Maschine, zu schauen, dass diese wieder funktioniert – bis zum Ersatz. Er konsultiert dabei Experten. Es gibt aber keinen x-fachen, langwierigen Freigabeprozess. Also Verantwortung dort hinlegen, wo sie nötig ist.

pragmatic solutions 

Wir haben pragmatic solutions (kurz ps) bis Ende 2017 auf ihrem Weg zum kollegial geführten Unternehmen begleitet. Dabei haben wir den me&me Ansatz erstmalig in der Praxis komplett anwenden können. Die ps entwickelt Stück für Stück ihre Organisation weiter und entspricht damit genau dem, was wir unter einer lernenden Organisation verstehen. 

Gleichzeitig befindet sich das Unternehmen in einem sehr spannenden Umfeld und begleitet unterschiedliche, grosse Agile Transformationsprojekte (u.a. SBB IT).

Upstalsboom 

Bodo Janssen hat sich einen Leitsatz verinnerlicht: Wandel beginnt immer bei mir selbst. Er liebt den Anblick von glücklichen Menschen und hat einen Rahmen geschaffen, in dem dies möglich ist.

Mittlerweile ist daraus mehr als nur ein lebendiges Unternehmen geworden. Es gibt nach wie vor Hierarchien. Das Menschenbild dahinter macht den Unterschied. 

Förderung und Entwicklung von Menschen steht hier im Vordergrund. 

oose Genossenschaft (Ex-GmbH)

Aus dieser Firma sind die Ideen des kollegial geführten Unternehmens hervorgegangen, die wir auch in unserer Arbeit verwenden.

Bernd Oesterreich und Claudia Schröder haben das Unternehmen damals in die Selbstorganisation geführt. Und dazu wurde die oose auch ihre Mitarbeiter verkauft. Ein Unterfangen, dass sich mehr als nur gelohnt hat – für alle, sowohl die Mitarbeitenden, die ehemaligen Eigentümer und auch die Kunden.

 

FAVI

Eine spannende Firma, die auch schon im Buch Reinventing Organizations genannt wurde. Bei FAVI wurde das Thema Selbstverantwortung enorm gross geschrieben. Der langjährige Geschäftsführer hatte das Vertrauen des Inhabers und konnte so in den 80er die Firma komplett umgestalten. Lange Jahre war diese der viel billigeren Konkurrenz aus Asien überlegen. Man schätze die Flexibilität, die Schnelligkeit und die hohe Qualität. Mit dem Tod des ursprünglichen Firmeninhabers übernahm der Neffe die Leitung. Als gelernter Anwalt hat er begonnen, die Firma wieder klassisch zu organisieren. Vorarbeiter einstellen, Preise erhöhen, Leistungsvorgaben etc. 

Mittlerweile ist die Marge von ursprünglich über 20% auf vermutlich 0% gefallen. Insofern ein Beispiel über die Macht des Kapitals und des Einflusses von wenigen. 

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