Mit kollegialer Führung zum agil geführten Unternehmen

Wozu überhaupt?

Unternehmen agieren heute in einem sehr komplexen Umfeld, Überraschungen sind mehr Regel als Ausnahme. Dazu kommen nicht selten persönliche Gründer der Inhaber wie z.B. für sich Freiräume für Neues zu schaffen oder eine alternative Nachfolgeregelung zu finden sowie auch gesellschaftliche Veränderungen, die den Begriff der Arbeit neu definieren.

Der Komplexität im Aussen kann man nur mit Komplexität im Inneren begegnen. Dies wird möglich, wenn die soziale Dichte erhöht wird. Je mehr Menschen führen, desto stärker wird auch die Kommunikationsdichte im Unternehmen. Die geschieht durch die Agilisierung und damit Verteilung der Führung auf viele Mitarbeitende. Denn echte Agilität wird dann möglich, wenn Menschen selbst- und eigenverantwortlich Entscheidungen dort treffen können, wo der Bedarf auch entsteht. 

Was agil und was eher geplant ablaufen kann und muss, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Echte Agilität bedeutet auch, unterschiedliche Führungsarten nutzen zu können, ohne damit in Widerspruch zu treten. 

Entstehung des kollegial geführten Unternehmens

Bernd Oestereich und Claudia Schröder habe lange Zeit ihr damaliges Unternehmen, die oose GmbH in Hamburg, in Richtung agile und selbstgeführte Organisation weiterentwickelt. Dabei sind unterschiedliche Ideen, Konzepte und Werkzeuge von ihnen im eigenen Unternehmen angewandt worden. Nach dem Verkauf des Unternehmens an ihre Mitarbeitenden haben beide ihr Wissen und ihre Erfahrungen unter dem Titel „das kollegial geführte Unternehmen“ veröffentlicht.

Was ist macht kollegiale Führung vor allem aus?

Aus den verschiedenen Strömungen hat Bernd Oesterreich und Claudia Schröder die kollegiale Führung entwickelt. Bei dieser handelt es sich um eine Synthese aus sozio- und holakratischer Kreisorganisation, Netzwerkorganisation, Systemtheorie, systemischer Organisationsentwicklung und reflektierter Praxis agiler Unternehmen.

  • KF ist kein vor-definiertes System, sondern eine organisatorische Haltung, die mittels Werkzeugen, Praktiken, Methoden, Strukturen, Prozesse und Prinzipien im Alltag gelebt wird.
  • KF ist ein von den Inhabern initiiertes Führungs- und Organisationssystem welches alle Menschen der Organisation durch den Phasenübergang schrittweise mit einbezieht (Sog-Prinzip)
  • Zirkuläre- bzw. kontinuierliche Organisationsentwicklung (in kurzen Zyklen vom Ist lernen)

Daher sind wir überzeugt, dass das kollegiale Führungsmodell die Rahmenbedingungen bietet, in dem Mensch & System zusammenwirken und so für die dynamischen Herausforderungen der Zukunft bestmöglich vorbereitet sind.Denn kollegiale Führung ist die auf viele Kollegen und Kolleginnen dynamisch und dezentral verteilte Führungsarbeit. Führen bedeutet Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.

Welche Voraussetzungen gibt es für die kollegiale Führung?

  • KF muss von den Inhabern initiiert werden und den Raum für Veränderungen halten
  • Die Inhaber müssen bereit sein, Teile ihrer Macht loszulassen (ins Unternehmen zu geben)
  • Die Inhaber müssen ein positives Menschenbild haben
  • Selbstbefähigung von Mensch & System muss unterstützt werden um gemeinsam zu wachsen
  • Die Kultur des Unternehmens braucht eine gewisse Reife
  • Das Unternehmen muss also bereits sein, Neues zu lernen statt Altes zu reproduzieren
  • Das Unternehmen muss ein gewisses Mass an zusätzlicher Belastung aushalten

Grundpfeiler für kollegiale Führung

Radikale Dezentralität: direkte Kommunikation zwischen den jeweils relevanten Personen.

Wertschöpfungsmächtige Teams: cross-funktional Teams, die alle Funktionen und Diziplinen abdecken,  die als wichtige Bestandteile der Wertschöpfungskette gelten.

Funktionierende Team- und Organisationsgrössen (10/200/N): Teams mit max. 10 Mitgliedern; Unternehmenseinheiten mit max. 200 Mitgliedern.

Absolute Eigenverantwortung: Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit im eigenen Zuständigkeitsbereich sind ein Grundprinzip kollegial geführter Organisationen.

Interne Transparenz: Je mehr Verantwortung geteilt wird, umso wichtiger ist es, dass alle Beteiligten gut informiert sind. Ohne Informationen funktioniert Selbstverwaltung nicht.

Agile Planung: In einem dynamischen und komplexen Umfeld bringt mittel- und langfristige Planung keine Sicherheit und wenig Nutzen. Eine schnelle Reaktionsfähigkeit ist wertvoller.

Kollektive Erfolgsbeteiligung aller Kollegen: Keine individuellen Prämien.

Kreisstrukturprinzip: Der Kreis symbolisiert die Gleichwertigkeit und Verbindung von Menschen und verhindert effektiv die Machtkonzentration auf wenige. 

Externe Referenz: Die Organisation orientiert sich zunehmend an der Frage, wo Nutzen für Kunden geschaffen wird statt sich mit sich selbst zu beschäfigten. 

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