New Work führt immer über die persönliche Transformation

Was bedeutet «Neue Arbeitswelt»?

 Auf diese Frage kommen meistens sehr unterschiedliche Antworten zurück. Unternehmen verbinden damit nicht selten den Anspruch, agiler und adaptiver zu werden. Denn der Markt drückt. Organisationen wollen schneller auf Veränderungen reagieren können, dem Fachkräftemangel entgegenwirken oder gar mehr Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit in die Welt bringen.

Deshalb beginnen sie mit einer agilen, digitalen, HR- oder Kundenzentrierungs-Transformation. Überwiegend gehen Unternehmen diese Transformation genauso an, wie sie dies schon in der Vergangenheit getan haben: Das System wird verändert (Werkzeuge, Prozesse und Strukturen). Bekannte Werkzeuge dafür sind Scrum, SAFe, LeSS, Kaizen, Design Thinking oder auch Holokratie.

Nur: Die besten Werkzeuge nutzen nichts, wenn diese rein mechanisch angewandt werden. So verpufft die ganze Wirksamkeit. Die agilen Prozesse und Methoden zeigen das eindrücklich. Sie sind zwar einfach zu verstehen, aber oft schwierig in der Anwendung.

Transformation ist mehr als nur eine Systemveränderung

Uns ist kein einziges Beispiel einer tiefgreifenden Transformation bekannt, die durch reine Systemveränderung erzielt wurden. Denn viele Unternehmen erliegen dem Reiz der Idee «Ändere das System, nicht die Menschen».   

Die Grundthese ist simpel: Verändert sich das System, passen sich auch die Menschen dem System an. Hört sich einfach an und stimmt teilweise auch – wenn die dafür notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Dazu ist es sinnvoll, das Zusammenspiel von Mensch und System besser zu verstehen.

Mensch und System = soziales System

Werkzeuge, Prozesse und Strukturen werden durch Menschen definiert und legitimiert. In der Praxis entsteht daraus ein soziales System, dessen Verhalten und Werte als Unternehmenskultur bezeichnet werden. Wenn eine reine Systemveränderung nicht funktioniert, sollten wir den Menschen in unsere Überlegungen miteinbeziehen.

Die Neue Arbeitswelt fordert oder fördert alle

Ein Satz aus dem agilen Manifest trifft überall zu: „Individuen und Interaktionen schätzen wir mehr als Prozesse und Werkzeuge“. Statt über Prozesse und Strukturen die Zusammenarbeit zu regeln, hat die Interaktion zwischen Menschen Vorrang. Hierfür ist die emotionale und soziale Intelligenz DIE Kompetenz schlechthin. Konkret geht es um den Umgang mit eigenen Spannungen und Konflikten. Denn schnell stellen sich Fragen wie z.B: 

  • Kann ich mit Andersartigkeit umgehen?
  • Kann ich mit dem Spannungsfeld „Führen und Folgen“ umgehen?
  • Kann ich Entscheidungen treffen und mittragen, die mir weniger gefallen?
  • Kann ich meine persönlichen Visionen täglich mit dem Zweck der Firma verbinden?

Die innere Transformation von Menschen ist entscheidend

Warum fällt es uns so schwer, uns selber zu verändern, um neue System wirksam zu leben? 

Gerade die neurowissenschaftlichen Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben uns vieles über die Funktionsweise unseres Gehirns gezeigt. Einige dieser Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ab Mitte 30 der grösste Teil unseres Bewusstseins als Unterbewusstsein gebunden ist. Manche Neuroforscher sprechen dabei gar von bis zu 95 Prozent. Damit laufen wir mehrheitlich im Autopilot-Modus der Prägungen, Erfahrungen und Gewohnheiten aus unserer Vergangenheit. Unsere neuralen Netzwerke sind entsprechend verdrahtet und reagieren fortan vor allem auf unsere äussere Wahrnehmung. 

Mit den übrigen 5 Prozent unseres freien Bewusstseins träumen wir dann von einer wunderbaren neuen Arbeitswelt, in der plötzlich alles anders ist. Eine schöne Idee, die im Alltag aber leider nicht funktioniert. 

Denn die 95 Prozent gebundenes Bewusstsein arbeiten gegen uns. Wir müssen also Teile davon nachhaltig verändern. Dies wird möglich, wenn unser Wunsch so stark wird (intrinsische Intention), zu dem Zustand «agil zu sein» zurückkehren zu wollen. Dann wird der Weg wird frei für eine tiefgreifende Transformation. 

Ideen für die persönliche Transformation

Wissen hilft: Wenn ich mich mit der Arbeitsweise des Gehirns besser vertraut mache, wächst das Verständnis dafür, wie wir mit neuen Situationen im Rahmen von New Work umgehen.

Bei mir selbst beginnen: 
Gerade als Unternehmenslenker sollte ich mich zunächst auf meine eigene Transformation fokussieren, um mein Unternehmen in und durch die Transformation führen zu können.

Bewusstheit steigern: Den eigenen Autopiloten des Gehirns bei der Arbeit zu beobachten, ist der erste Schritt bei der eigenen Veränderung in Richtung New Work.  Einige Möglichkeiten sind z.B. MBSR, Autogenes Training, Meditation.

Ausdauer beweisen: 
Jahrzehntelang antrainierte Prägungen verschwinden nicht innerhalb weniger Tage.

Ablenkungen reduzieren:
 
Dauernd neu propagierte Trends in der Arbeitswelt können verunsichern. DIE Lösung gibt es allerdings nicht. Es gilt individuelle Möglichkeiten zu entdecken.

Klare Ausrichtung erarbeiten: Spätestens, wenn es im Alltag schwierig wird, ist eine starke Ausrichtung (persönliche Vision) gefragt.

Unsere Überzeugung

Eine neue Arbeitswelt braucht die persönliche, innere Transformation. Dies wird nicht nur die Wirtschaftswelt, sondern die gesamte Gesellschaft verändern. Und das wird mit Blick auf die anstehenden Herausforderungen unserer komplexen Welt immer dringender.

In diesem Sinne – packen wir es also an. Wenn Du interessiert bist, Dich auf deine persönliche Transformationsreise zu begeben, dann begleiten wir Dich dabei gerne. Unser Transformationsprogramm bietet Dir dafür einen ideal Lernraum.  

Herzliche Grüsse 
Ralf & Andreas

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