Unser Artikel in der NZZ: «Der Mensch ist ja schon wichtig, aber…»

Wir haben 2015 sehr viele Gespräche und Diskussionen über das Thema Mensch in der Arbeitswelt geführt. Auch ein Grossteil der Menschen in Führungspositionen hat mittlerweile erkannt, dass der Mensch wichtig ist für den Unternehmenserfolg. Und dennoch: Sehr häufig folgen darauf Argumente, wieso dem Mensch jetzt gerade keine Aufmerksamkeit geschenkt werden kann.

Aus diesem Grund haben wir über unseren Kooperationspartner Openployer einen Blog-Beitrag in NZZ Jobs mit dem «Der Mensch ist ja schon wichtig, aber…» veröffentlicht. Wir sind gespannt auf eure Reaktionen und Erfahrungswerte, die ihr gerne auch direkt im Blog auf NZZ Jobs beschreiben könnt.

Update: Da die NZZ ihre Webseite umgestellt hat und ältere Artikel archiviert wurden, hier die Vollversion unseres Textes.

Vollversion des Artikels

 Für die zunehmende Komplexität durch höhere Dynamik der Märkte sowie den Anforderungen aus Globalisierung und Digitalisierung sind starre Organisationen und vorgegebene Prozesse keine Lösung mehr. Daher gewinnt der Mensch immer mehr an Bedeutung für den Unternehmenserfolg, denn nur dieser hat das Potenzial neue Lösungen zu finden.

Und dennoch hören wir in Gesprächen mit Führungskräften sehr häufig Sätze wie: «Der Mensch ist ja schon wichtig, aber…». Meistens folgen dann Argumente wie fehlende Zeit, schwierige Projekte oder zu viele andere kostensenkende Massnahmen. Alles Gründe, wieso die gezielte Förderung der eigenen Mitarbeitenden gerade nicht möglich ist. Ohne Zweifel werden diese auch als dringend und wichtig wahrgenommen.

Unserer Erfahrung nach handelt es sich dabei allerdings meistens um Vorwände. Dieser «Ja-Aber-Modus» kommt vor allem dann zum Vorschein, wenn wir zwar wissen, dass wir etwas verändern wollen aber noch nicht bereit sind, auch dementsprechend zu handeln. Sicher, die Erkenntnis ist ein wichtiger Schritt, aber nur vom Reden alleine ändert sich bekanntlich nichts.

Nachhaltige Veränderung braucht Mut

Nach wie vor scheint in der Unternehmens-DNA ein Irrtum tief verankert zu sein: Erfolgreiche zwischenmenschliche Interaktion funktioniert von alleine. Das Wissen über die Wichtigkeit des Faktors Mensch ist heute zweifellos vorhanden. Doch Wissen alleine reicht nicht mehr aus. Man muss es auch anwenden und umsetzen. Und damit befindet man sich in vielen Unternehmen sehr schnell ausserhalb der meistens eng-gesetzten Rahmenbedingungen aus Prozessen, Guidelines und Zuständigkeitsbereichen.

Denn gerade bei diesen Unternehmen bleibt es häufig bei Lippenbekenntnissen. Statt die Ursachen direkt anzugehen, behandelt man lieber die Symptome. Daher mag es wenig überraschen, dass sich die meisten Unternehmen nach wie vor so verhalten, als sei der Mensch eine plan- und steuerbare Maschine, deren Verhalten man durch Änderung der Parameter direkt verändern kann.

Der Mensch will sich grundsätzlich einbringen und seinen Beitrag leisten

«Wenn der Mensch Freude bei der Arbeit empfindet und sich wohl fühlt, dann leistet er gerne mehr.»

Eine Erkenntnis, die sich mehr und mehr durchsetzt, egal ob CEO, mittleres Management oder bei Mitarbeitenden. Gerade in Unternehmen, bei denen der Mensch nur eine Ressource ist, finden sich vor allem im mittleren Management sehr viele Führungskräfte, die im Widerspruch zwischen den eigenen Erkenntnissen und der Firmen-Handlungsweise arbeiten. Dort wird weiterhin auf vermeintlich klar messbare Massnahmen wie z.B. strukturelle oder kostenoptimierende Veränderungen gesetzt.

Oder es wird versucht, den Mitarbeitenden mit Massnahmen wie z.B. der Durchführung eines Stresstages mit hochkarätigen Speakern bei der Stange zu halten. Das Unternehmen gibt damit das vermeintlich klare Signal, wie wichtig einem das Wohlergehen der eigenen Mitarbeitenden ist. Doch diejenigen, die die oberflächliche Behandlung bemerken, fühlen sich spätestens dann so richtig ernst genommen. Kein Wunder, dass in der Folge noch mehr Mitarbeitende innerlich kündigen und fortan bestenfalls noch Dienst nach Vorschrift leisten.

Neue Arbeitsformen als Lösung?

Eine wachsende Zahl von Unternehmen versucht den Herausforderungen mit Ansätzen zu begegnen, die den Menschen stärker in den Mittelpunkt rücken. Agiles Arbeiten, flache Hierarchien, Mitarbeiterbeteiligung, Selbstorganisation bis hin zu Holacracy. New Work ist für viele der gemeinsame Überbegriff. Und dies mag auch der richtige Weg sein.

Dabei wird jedoch gerne der wichtigste Punkt vergessen: Werden Prozesse reduziert und durch Selbstorganisation und Mitarbeiterbeteiligung ersetzt, rückt auch die zwischenmenschliche Interaktion noch stärker in den Fokus. Hat es also vorher bereits im Gebälk geknarzt, so ist die Wahrscheinlichkeit des ‘Verschlimmbesserns’ immens.

Unabhängig von der gewählten Arbeits- und Organisationsform gilt: Die zwischenmenschliche Interaktion gewinnt immer mehr an Bedeutung für den Unternehmenserfolg.

Wer also jetzt den Mut hat in den Faktor Mensch zu investieren, erschafft sich ein Fundament, das eine optimale Ausgangslage für den nachhaltigen Unternehmenserfolg bietet. Denn was auch kommen mag, die zwischenmenschliche Interaktion bleibt.

Nur wo beginne ich nun mit dem Wandel?

Etwas zu tun, was man bisher so noch nie getan hat, erfordert eine Menge Mut.

Aber egal in welcher Position und Firma man arbeitet, der Wachstum beginnt immer von Innen nach Aussen und somit zuerst bei einem selbst. Das persönliche Wachstum in Unternehmen zu fördern wird ein normaler Bestandteil für attraktive Unternehmen werden. Durchläuft man diesen auch noch gemeinsam mit seinem Team, der Abteilung oder der ganzen Firma, ist die Wirkung noch stärker und nachhaltiger. Dabei ist entscheidend, dass jeder Einzelne seinen Nutzen und Gewinn (Sinn) in dem Wachstumsprogramm erkennt. Ist dies gegeben, werden sich ungeahnte Dimensionen der Zusammenarbeit entwickeln und das ganze Unternehmen beflügeln.

Herzliche Grüsse
Ralf & Andreas

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